05.11.2020 | 19:00 Uhr | Rangkino

Filmfestival Cottbus

GRENZLAND

Dokumentarfilm, Deutschland 2020



Das weite, flache Land hinter den Deichen an Oder und Neiße liegt wie einst. Überschwemmungen sind darüber hinweg gezogen, Kriege, Umbrüche, Menschen auf ihren Wanderungen und der Suche nach einem Ort zum Bleiben oder einem besseren Leben. Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichten der Landschaft und die der Menschen, die sie bewohnen.

Selten traf die Umschreibung vom Film als Reise in fremde Welten präziser als bei Andreas Voigts GRENZLAND zu. Der Regisseur, großer Dokumentarist des Ostens der Republik, insbesondere bekannt für seine Leipzig-Filme, bereist die titelgebende Grenzregion des Dreiländerecks, wo Deutschland, Polen und Tschechien einander berühren. Mit seinen Protagonisten kommt er ins Gespräch und vor allem lässt er sie sprechen. Für sich selbst und so auch für andere, denen es ähnlich ergeht. Dadurch, dass Voigt nur zuhört und nicht kommentiert, finden die Gehör, denen sonst kaum einer zuhört. Sie erzählen von früher, von den Brüchen in ihren Leben, wie die Heimat sie verändert und wann Träume bei der einen platzten, aber bei dem anderen Wirklichkeit wurden. Das sich durch die unterschiedlichen Mosaiksteine so unterschiedlicher Biographien zusammenfügende Bild ist vielschichtig und bunt, aber eben auch hier und da grau und trist. Den einen oder die andere im Publikum kennt ganz sicher jemanden, der eine solche Geschichte so oder so ähnlich erzählen könnte.

Eintritt:
6,00 €

Veranstalter: Filmfestival Cottbus